Informationen



Sehr geehrte Autorinnen und Autoren sowie Leserinnen und Leser,

auf dieser unabhängigen Seite finden Sie wichtige Informationen zur Aufklärung über Druckkostenzuschussverlage (DKZV), auch Pseudoverlage oder Dienstleisterverlage oder Bezahlverlage oder Zuschussverlage genannt. Diese Unternehmen sind KEINE echten Verlage, da sie für ihre und/oder Fremd-Leistungen vom Autor Geld verlangen bzw. verlangt haben oder mit Autorenhonoraren verrechnen bzw. verrechnet haben (in Form von Druckkostenzuschüssen, Lektorat/Korrektorat, Buchsatz, Cover, PR, Pflichtabnahmen, Textbeiträgen in Anthologien, E-Book-Vertrieb u. v. m.) mit den fadenscheinigsten Begründungen.

Meist locken sie mit "Verlag sucht Autor" oder "Schreiben Sie? Wir verlegen Sie!" oder "Manuskript gesucht" u. Ä. 
Von einem seriösen Verlag werden Sie solche oder ähnliche Werbung niemals sehen. Die Pseudo-Verleger loben fast jedes eingereichte Manuskript über den Klee, nur um ihre Knebelverträge abzuschließen, die keinesfalls seriösen Verlagsverträgen entsprechen und Kosten beinhalten, die sie – führten sie echte Verlage – selbst vorschießen müssten.
Wir warnen ausdrücklich vor Zuschussverlagen! Informieren Sie sich, bevor Sie Verträge unterzeichnen. 



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Verlag kommt von "vor-legen".
(Einen ausführlich recherchierten Beitrag zur Wortherkunft lesen Sie bitte hier.)

Wortherkunft: Verlag
Verlag ist die älteste Bezeichnung für Kapital, das von Verlegern/Käufleuten etwa seit dem 13. Jh. in der gewerblichen Massenproduktion eingesetzt wurde, indem man z. B. Handwerkern und Kleingewerbetreibenden Geld vorstreckte (vorlegte). Die Organisationsform war bes. ausgeprägt in der flandrischen Tuchindustrie, dem Florentiner Wollgewerbe, der ital. und franz. Seidenindustrie und wurde in der Frühdruckzeit vom Druckgewerbe übernommen.
Lexikon des gesamten Buchwesens, 2., völlig neubearb. Aufl., hrsg. von Severin Corsten [u.a.]. Bd. 8., Stuttgart, Hiersemann 2009, Seite 62
Verlagssystem, eine Form dezentralisierter Gütererzeugung, wobei der Verleger die Rohstoffe beschafft, vorschußweise ausgibt (»vorlegt«) und den Absatz organisiert, manchmal auch kostspielige Arbeitsgeräte leiht, während die Arbeit in Heimarbeit (Hausgewerbe, Hausindustrie) ausgeführt wird.
Brockhaus-Enzyklopädie, in 24 Bd., 19., völlig neubearb. Aufl., Mannheim 1994, Band 23

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Der Autor hat am Ende – wenn er einen solchen Knebelvertrag unterschreibt – zwar sein Buch in gedruckter Form (wenn er Glück hat, sogar auch als eBook), aber das war es auch schon. Nein, nicht ganz, sein Sparkonto ist geschröpft oder das des Sponsors ... 

Das Buch wird von einem DKZV weder wertgeschätzt, beworben noch wird sich in irgendeiner Form um den Autor oder die Vermarktung gekümmert, denn das Unternehmen hat ja bereits sein Geld und tut dann meist nichts mehr – oder verlangt erneut Zuschüsse für diverse "Sonderleistungen", z. B. das Buch auf einer Buchmesse auszustellen, womit er seinen eigenen Stand finanziert. Manche Pseudoverlage verstecken die Kosten für den Autor geschickt, indem sie z. B. für Korrektorat/Lektorat die Autorenmarge kürzen, wobei kein professionelles Lektorat vorgenommen, jedoch suggeriert wird. Eine weitere Masche ist deren Aussage, man sei kein DKZV, biete jedoch aufgrund der Nachfrage oder anderer "Gegebenheiten" Dienstleistungen an. Dies ist ein Widerspruch in sich: entweder Verlag oder Dienstleister oder das Dienstleistungsunternehmen deutlich getrennt vom Verlag. Eine solche "Mischform", indem Dienstleistungen unter dem Verlagslabel angeboten wurden bzw. werden, ist eindeutig als DKZV/Pseudoverlag einzustufen. 

Da die Zuschussverlage mit den unterschiedlichsten Maschen weiterhin auf Autoren-Fang gehen, haben wir es uns – wie mittlerweile mehr als 60 Autorenverbände und Institutionen dies ebenso seit Jahren tun – zur Aufgabe gemacht, auf diese Missstände im Verlagswesen aufmerksam zu machen, die einseitig zu Lasten der Autoren gehen.


»Als unerfahrener Autor gerät man schnell an den Punkt, an dem man merkt, dass ein Buch noch lange nicht im Buchladen liegt, bloß, weil man es geschrieben hat. "Wie finde ich einen Verlag?" ist sicherlich eine der am häufigsten gestellten Fragen, und es bedarf einiger Zeit, bis man sich alle nötigen Informationen zusammengesucht hat.

Der übliche Ablauf ist:

1. Der Autor schreibt das Buch.
2. Der Autor schickt das Manuskript an einen Verlag.
3. Der Verlag ist interessiert, handelt einen Vertrag mit dem Autor aus.
4. Ein Lektor lektoriert das Manuskript, bespricht ggf. Änderungen mit dem Autor.
5. Der Autor setzt die Änderungsvorschläge ganz oder zum Teil um.
6. Das Manuskript, zurück im Verlag, wird Korrektur gelesen, gesetzt, gedruckt, vertrieben.
7. Das fertige Buch ist im VLB gelistet, liegt im Buchhandel aus und kann gekauft werden.

Ohne Frage ist Punkt 3 einer der schwierigsten überhaupt, denn bis ein Verlag gefunden wurde, können Monate oder Jahre vergehen, vielleicht finden man überhaupt keinen. (Dass hierbei auch ein Agent zwischengeschaltet werden kann, sei einmal außen vor gelassen.) Weil Punkt 3 so schwer ist, haken hier Zuschussverlage ein, die anscheinend händeringend nach Autoren suchen, Prospekte verteilen, das Manuskript sehr schnell als viel versprechend loben, eine Veröffentlichung in Aussicht stellen ..., aber dann Geld dafür verlangen.
Beim Schreiben eines Buches mit allem, was man dazu handwerklich wissen muss, helfen einem auch unzählige Bücher zum Thema, Autorenvereinigungen, Seminare, Kurse und Diskussionsforen.
Bei der Suche nach Verlag oder Agent können einem die vielen hervorragenden Nachschlagewerke helfen, mit nützlichen Hinweisen und Verlagsadressen, wie zum Beispiel das "Handbuch für Autorinnen und Autoren" oder das "Jahrbuch Autoren/Autorinnen". Es ist ein schwieriges Geschäft, nur wenigen gelingt es, einen Fuß in die Tür der großen Verlage zu bekommen. Aber es gibt dabei in jedem Fall eine einfache Regel: Der Autor bezahlt an keiner Stelle des gesamten Prozesses für irgendetwas. Er schießt auch nichts vor, das später abgerechnet würde. Es werden auch keine Honorare vom Autor einbehalten. Das Gegenteil ist der Fall, es ist immer der Verlag, der zahlt, und der Verlag schießt vor – und das wird später abgerechnet. Bei großen Verlagen gibt es sogar Garantiehonorare, die nicht einmal zurückzahlbar sind, wenn die Verkäufe sie nicht decken!«
(Textauszug aus: www.aktionsbuendnis-faire-verlage.com)

"Wenn auch die Fähigkeit zu täuschen ein Zeichen von Scharfsinn und Macht zu sein scheint, so beweist doch die Absicht zu täuschen ohne Zweifel Bosheit oder Schwäche." (René Descartes)

Und wer keinen Verlag für sein Buchprojekt begeistern kann oder auch nicht möchte (das gibt es ja auch), kann heutzutage als Selfpublisher auf vielen transparenten Dienstleisterportalen seine Werke (als Print und eBook) veröffentlichen, was bei einigen Plattformen kostenlos bzw. sehr günstig ist (z. B. BoD, Amazon, epubli, neobooks etc.). Die einzigen Kosten entstehen für Coverdesign sowie Lektorat/Korrektorat/Satz, wenn man dem Leser einen guten Text in die Hand geben möchte. Auf den vielen Social Networks ist die Buchbewerbung in Eigenregie möglich und kostet "nur" Zeit, die man für das eigene Buch sicherlich gern aufwendet (wenn dies nicht möglich ist, gibt es auch hierfür faire Dienstleister). Unter dem Strich investiert ein Autor im Selfpublishing vielleicht etwas mehr Zeit, aber entschieden weniger Geld für sein Buch als in einem Pseudoverlag – und ist unabhängig sowie behält alle Rechte an seinem Werk.

So bleibt zu hoffen, dass den Zuschussverlagen immer mehr Autoren durch die Hände flutschen und bald ganz verschwunden sind oder – geläutert – als transparente und faire Dienstleister einen neuen seriösen Weg einschlagen ...

Sie finden auf der nächsten Seite die aktuelle Liste bereits bekannter Druckkostenzuschussverlage:

http://neinzudruckkostenzuschussverlagen.blogspot.de/p/blog-page_53.html

Es ist nicht möglich, alle DKZVs zu outen, darauf kommt es uns nicht an. Wir möchten durch die grundsätzliche Aufklärung vor allem unerfahrenen Autoren Informationen an die Hand geben, um einen Pseudoverlag an sich zu erkennen – das allein ist unser Ziel.

Es ist unser Anliegen – aus eigenen negativen Erfahrungen mit diesen Abzockern –, vor diesen schwarzen Schafen der Buchbranche zu warnen, und wir hoffen, dass dies immer mehr Autoren lesen, hören, weitersagen und vor allem vor ihnen bewahrt werden. 
Auch für Leser sind diese Praktiken der Pseudoverlage interessant, denn sie zahlen letztendlich die letzte Rechnung der Abzocker in Form des meist überteuerten Buchpreises ... 


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Auch Medien berichten 

MDR klärt auf: "Verlag sucht Autoren"
(Beitrag vom 19.03.2010 - Verbände warnen ausdrücklich vor Druckkostenzuschussverlagen)

DER SPIEGEL: "Mit Herzblut in den Ruin"
(Beitrag vom 28.08.2000, Ausgabe 35/2000)


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